Neurodivergenz

Hier finden Sie in Kürze Informationen zu Neurodivergenz. Diese Seiten befinden sich im Aufbau, d.h. es kann sich lohnen, später wieder vorbeizuschauen.

Vor allem werde ich mich auf die beiden häufigen Neurodivergenzen AD(H)S und Autismus im Erwachsenenalter beziehen. AD(H)S und Autismus-Spektrum-Störung sind nicht zwingend als Störungen zu verstehen, sondern eher als Normvarianten. Die Prävalenz (Auftretenshäufigkeit) bei AD(H)S wird mit mindestens 2%, vermutlich eher 5% (Song et al., 2021), die der Autismus-Spektrum-Störung mit 1,5% angegeben (Tebartz van Elst, 2023). Die Datenlage ist aber immer noch sehr eingeschränkt.

Ein nicht erkanntes psychisches Phänomen wie Autismus oder AD(H)S ist ein Problem. Denn wenn diese als sogenannte unerkannte Basisstörung die Grundlage weiterer diagnostizierter Störungen wie Depressionen oder Angststörungen bildet, sind die gewählten Behandlungsstrategien unter Umständen nicht oder nur eingeschränkt wirksam.

Bereits während meiner psychotherapeutischen Ausbildung habe ich unter anderem auf einer Spezialstation für Menschen mit AD(H)S im Erwachsenenalter gearbeitet. Mittlerweile ist das fast zwei Jahrzehnte her und es hat sich etwas getan. Es gibt mittlerweile wirksame, aber individuell sehr unterschiedlich nutzbare Medikamente sowie psychotherapeutische Konzepte. Dennoch ist das Wissen um die Behandlung dieser Neurodivergenz noch nicht zufriedenstellend in der Fläche angekommen. Dadurch entsteht ein Engpass in der ohnehin schon engen Versorgungslandschaft.

Sehr viel unausgewogener ist sowohl das fachliche Wissen, als auch die Behandlungskompetenz im Bereich Autismus-Spektrum-Störung im Erwachsenenalter. Beispielsweise hatte ich während meiner fachlichen Ausbildung kein Seminar zu diesem Thema. Die Wissenschaft ist auch hier, ähnlich wie bei der AD(H)S, in den letzten 20 Jahren vorangekommen. Es gibt relevante Erkenntnisse und Veränderungen in der Diagnostik. Zudem weiß man bei beiden „Störungen“ (eine Störung liegt hier erst vor, wenn die Einschränkungen oder Auswirkungen dieser Neurodivergenz einen erheblichen Leidensdruck erzeugen und behandlungsrelevant sind), dass Frauen und Menschen mit weiblichem Zuweisungsgeschlecht deutlich unterdiagnostiziert sind und daher oft erst im Erwachsenenalter und nicht selten durch „Selbstdiagnose“ auffallen (Middleton, 2023).

Literatur

Fachbuch:

Tebartz van Elst, L. (2023). Autismus, ADHS und Tics. Zwischen Normvariante, Persönlichkeitsstörung und neuropsychiatrischer Krankheit. 3., erweiterte und überarbeitete Auflage. Kohlhammer.

Ratgeber:

Middleton, E. (2023). unmasked. the ultimate guide to ADHD, autism and neurodivergence. Penguin Books.

Neuy-Lobkowicz, A. (2023). Habe ich AD(H)S? …und wenn ja, was mache ich Gutes draus? Gräfe und Unzer Verlag.

Selbsttests und Informationen

Die hier verlinkten Selbsttests sind keine ausreichende Grundlage für eine Diagnose, aber sie können erste Hinweise geben. Sollten Sie einen Verdacht habe, dann sollten Sie sich unbedingt an Fachpersonal in einer spezialisierten Praxis oder in einem Ambulanzzentrum wenden.

Autismus

Selbsttest in englischer Sprache: RAADS-R (https://embrace-autism.com/raads-r/#test)

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